"Immer mehr Frauen von Aids betroffen", schreiben die Stuttgarter Nachrichten auf ihrer heutigen Titelseite. Wer die Nachrichten der letzten Tage auch nur ansatzweise verfolgt hat, weiß: Diese Überschrift ist völliger Blödsinn.
In der Meldung heißt es: "Die Zahl neu diagnostizierter HIV-Infektionen in Baden-Württemberg ist innerhalb von fünf Jahren um mehr als 50 Prozent auf 286 gestiegen. Das belegen Zahlen des Berliner Robert-Kochs-Instituts, die unserer Zeitung vorliegen."
Schön, dass die Zahlen der Redaktion vorliegen (sie sind übrigens frei im Internet verfügbar). Es hätte der Meldung aber durchaus gut getan, wenn jemand die Zahlen auch gelesen hätte.
Es stimmt, insgesamt stieg die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Baden-Württemberg seit 2001 um rund 50 Prozent auf 286 (oder 285, die Angaben des Robert-Koch-Instituts fallen hier unterschiedlich aus). In absoluten Zahlen: 2006 gab es insgesamt 102 Neuinfektionen mehr als fünf Jahre zuvor.
Der Anteil der neuinfizierten Frauen sank in diesem Zeitraum aber beachtlich: von 32 Prozent im Jahr 2001 auf 23 Prozent im vergangenen Jahr.
Die Zahl der mit HIV neuinfizierten Männer in Baden-Württemberg stieg seit 2001 von 122 auf 218. Bei den Frauen waren es lediglich 7 Neuinfektionen mehr als vor fünf Jahren. Der große Anstieg bei den Neuinfektionen ist daher fast ausschließlich ein Problem der Männer. Die Überschrift: "Immer mehr Männer von Aids betroffen", hätte also durchaus um einiges mehr Sinn gemacht.
Die Schwachsinnigkeit der Zeile "Immer mehr Frauen von Aids betroffen" sieht man auch daran, wenn man die aktuellen Zahlen nicht ausschließlich mit denen vor fünf Jahren vergleicht. Seit 2004 geht die Zahl der Neuinfektionen bei Frauen nämlich besonders deutlich nach unten - auch in absoluten Zahlen: 2004 wurden 87 Neuinfektionen gemeldet, 2005 waren es 70, und nach den aktuellen Zahlen vom vergangenen Jahr nur noch 66.
In der Meldung heißt es: "Die Zahl neu diagnostizierter HIV-Infektionen in Baden-Württemberg ist innerhalb von fünf Jahren um mehr als 50 Prozent auf 286 gestiegen. Das belegen Zahlen des Berliner Robert-Kochs-Instituts, die unserer Zeitung vorliegen."
Schön, dass die Zahlen der Redaktion vorliegen (sie sind übrigens frei im Internet verfügbar). Es hätte der Meldung aber durchaus gut getan, wenn jemand die Zahlen auch gelesen hätte.
Es stimmt, insgesamt stieg die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Baden-Württemberg seit 2001 um rund 50 Prozent auf 286 (oder 285, die Angaben des Robert-Koch-Instituts fallen hier unterschiedlich aus). In absoluten Zahlen: 2006 gab es insgesamt 102 Neuinfektionen mehr als fünf Jahre zuvor.
Der Anteil der neuinfizierten Frauen sank in diesem Zeitraum aber beachtlich: von 32 Prozent im Jahr 2001 auf 23 Prozent im vergangenen Jahr.
Die Zahl der mit HIV neuinfizierten Männer in Baden-Württemberg stieg seit 2001 von 122 auf 218. Bei den Frauen waren es lediglich 7 Neuinfektionen mehr als vor fünf Jahren. Der große Anstieg bei den Neuinfektionen ist daher fast ausschließlich ein Problem der Männer. Die Überschrift: "Immer mehr Männer von Aids betroffen", hätte also durchaus um einiges mehr Sinn gemacht.
Die Schwachsinnigkeit der Zeile "Immer mehr Frauen von Aids betroffen" sieht man auch daran, wenn man die aktuellen Zahlen nicht ausschließlich mit denen vor fünf Jahren vergleicht. Seit 2004 geht die Zahl der Neuinfektionen bei Frauen nämlich besonders deutlich nach unten - auch in absoluten Zahlen: 2004 wurden 87 Neuinfektionen gemeldet, 2005 waren es 70, und nach den aktuellen Zahlen vom vergangenen Jahr nur noch 66.
2. Jun, 12:07
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