sueddeutsche.de, nicht ganz zu Unrecht Lieblingsfeind deutscher Medienblogger, schreibt heute über den DGB-Index "Gute Arbeit". Dieser Index soll aussagen, wie zufrieden Deutsche mit ihrer Arbeit sind. Er wurde dieses Jahr zum ersten Mal erhoben und soll laut Gewerkschaftsbund "eine neuen Phase der öffentlichen Berichterstattung zur Arbeitswelt" einleiten.
sueddeutsche.de nun beginnt diese "neue Phase der Berichterstattung" mit einer nicht haltbaren Trendbehauptung: "Immer mehr Deutsche finden ihre Arbeit furchtbar" , behauptet die Autorin dort direkt im Vorspann, und fragt: "Kann man am Schreibtisch überhaupt glücklich sein?"
Diese Frage können wir auch nicht beantworten, genau so wenig wie die Frage, wie sueddeutsche.de zu diesem "immer mehr" kommt. Vergleichbare Zahlen für vergangene Jahre, aus denen sich ein Trend ablesen ließe, gibt es ja garnicht.
Disclaimer: sueddeutsche.de war mal für acht Wochen mein Arbeitgeber. Allerdings vor der "Qualitätsoffensive".
Nachtrag, 15.25 Uhr: Wir haben die Autorin angemailt. Und die hat erfreulich schnell zurückgemailt. "Immer mehr" habe sie geschrieben, weil frühere Untersuchungen wie etwa vom Gallup-Institut niedrigere Werte ergeben hätten. Diese Info sei "nur leider der Überarbeitung zum Opfer gefallen".
Mal davon abgesehen, dass unbegründete Behauptungen in Artikeln nicht dadurch besser werden, dass die Begründungen erst kurz vor Veröffentlichung herausgestrichen werden: In der Gallup-Studie geht es um Engagement, nicht um Zufriedenheit. Die Vergleichbarkeit der beiden Studien ist also sehr fragwürdig.
sueddeutsche.de nun beginnt diese "neue Phase der Berichterstattung" mit einer nicht haltbaren Trendbehauptung: "Immer mehr Deutsche finden ihre Arbeit furchtbar" , behauptet die Autorin dort direkt im Vorspann, und fragt: "Kann man am Schreibtisch überhaupt glücklich sein?"
Diese Frage können wir auch nicht beantworten, genau so wenig wie die Frage, wie sueddeutsche.de zu diesem "immer mehr" kommt. Vergleichbare Zahlen für vergangene Jahre, aus denen sich ein Trend ablesen ließe, gibt es ja garnicht.
Disclaimer: sueddeutsche.de war mal für acht Wochen mein Arbeitgeber. Allerdings vor der "Qualitätsoffensive".
Nachtrag, 15.25 Uhr: Wir haben die Autorin angemailt. Und die hat erfreulich schnell zurückgemailt. "Immer mehr" habe sie geschrieben, weil frühere Untersuchungen wie etwa vom Gallup-Institut niedrigere Werte ergeben hätten. Diese Info sei "nur leider der Überarbeitung zum Opfer gefallen".
Mal davon abgesehen, dass unbegründete Behauptungen in Artikeln nicht dadurch besser werden, dass die Begründungen erst kurz vor Veröffentlichung herausgestrichen werden: In der Gallup-Studie geht es um Engagement, nicht um Zufriedenheit. Die Vergleichbarkeit der beiden Studien ist also sehr fragwürdig.
11. Okt, 13:43
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